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„Sorry Markus, aber User Experience und Texter bring’ ich irgendwie nicht zusammen.“ Das war eine Antwort eines Freundes auf meine Frage: „Wie würdest du mich googeln, wenn du einen Texter für ein UX-Projekt suchst?“ So ergeht es wohl nicht nur dem oben genannten Productowner einer Direktbank. Deshalb nun dieser Artikel – ein direkter Vergleich zwischen UX-Texter und Texter.

Wenn Dr. Watson ein Texter wäre, wäre Sherlock Holmes der UX-Texter.*

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Data, alias Sherlock, betreibt Research und erkennt das große Ganze.

 

Worin unterscheiden sich UX-Texter und Texter?

Wie Sherlock Holmes betreibt der UX-Texter Research, um dann punktgenau zu handeln – beziehungsweise zu schreiben. Während der Texter am Ende eines Prozesses zum Einsatz kommt, ist der UX-Texter schon von Anfang an dabei. Genauso wie zum Beispiel der UX-Designer, ist er in einem Team und in einem Prozess eingebunden. Dem Prozess, die User Experience und die Usability eines Interface zu untersuchen und zu optimieren. Das kann eine Website mit Shop, eine App, ein Sprachassistent (wie Alexa) oder ein Chatbot sein.

Der UX-Texter Der Texter
... ist Teil des UX-Teams.... ist nicht Teil des UX-Teams.
... ist auch in den frühen Phasen einer UX-Evaluierung beteiligt.... kommt eher am Ende von Design-, Entwicklungs- oder Marketing-Prozessen zum Einsatz.
... schreibt schon in frühen Phasen Texte für Prototypen.... muss im schlimmsten Fall mal eben das „Lorum Ipsum“ kurz vor dem Nutzer-Test (oder Launch) beseitigen.
... hat dank Nutzer-Tests starke Argumente seine Wortwahl zu verteidigen.... rechtfertigt seine Entscheidung für einen Call to Action oder eine Headline mit seiner Erfahrung und bezogen auf Zielgruppe, Corporate Identity etc.
... kann dabei helfen Hypothese, Persona, Szenario und Storyboard zu schreiben.... kennt nicht das ganze UX-Projekt. Bestenfalls hat er Einblick in Ergebnisse. Im schlimmsten Fall kennt er nicht mal die Personas.
... nimmt sich die Zeit darüber nachzudenken, wie und warum sich ein System so verhält, wie es sich verhält.... hat die Aufgabe den Benutzer zum Handeln zu bewegen.
... schreibt die Wörter, die der Nutzer IN einem Produkt sieht oder hört.... schreibt ÜBER ein Produkt um es zu verkaufen.
Die Tabelle zeigt, dass der Unterschied nicht unbedingt von den Skills des Texters selbst ausgeht (insofern er Erfahrung mit Microcopy und dem UX-Evaluierungs-Prozessen hat). Vielmehr macht der Auftraggeber den Unterschied.

Was bringt ein UX-Texter dem UX-Team und dem Unternehmen?

Ein UX-Texter ist so früh wie möglich im UX-Prozess mit eingebunden – und die Texte werden, ebenso wie das Design und die Architektur, getestet. Ein Prototyp, der nicht mit „Lorum ipsum“-Texten in den Test geht, bringt realistischere Ergebnisse. Außerdem kann er die Kundenzufriedenheit verbessern, die Conversion Rate erhöhen und einiges mehr. > 7 Gründe einen UX-Texter zu buchen

Und wie unterscheiden sich UX-Texter, UX-Writer und UX-Copywriter voneinander?

Gar nicht. Die unterschiedlichen Bezeichnungen haben nur etwas mit dem Sprachraum zu tun. Der Werbetexter heißt im Englischen einfach Copywriter. Und so sind in den USA die Begriffe UX-Writer und UX-Copywriter entstanden. Welche Berufsbezeichnung sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchsetzen wird bleibt abzuwarten. Bislang lässt sich in Stellenanzeigen und Blogs noch keine Tendenz ausmachen.

Welche Skills des klassischen Texters sind auch für den UX-Texter hilfreich?

Texter, die (wie ich) als Freelancer tätig sind, haben im Prinzip schon alles gemacht: Business-to-Business, Business-to-Consumer, Direktmarketing, POS, Newsletter, TV- und Radio-Spots, Print, Namensfindung, Claim, Longcopy, Blog, Social Media, Produkttexte, Lokalisierung, Banner, Gewinnspiele, Content Management und einiges mehr. Das hat für den UX-Texter einige Vorteile, wenn er sich zum Beispiel in verschiedene Produkte oder Interfaces hineindenken muss: Er hat gelernt mit einem Textkonzept zu abstrahieren. Das heißt er konzentriert sich zuerst auf den Use Case und dann auf das Medium – etwa die Landingpage, ein Tutorial oder den Text in einer App. Je nach Interface kann er auch in Filmen oder Bildern denken – und, da er auch schon mit Tonstudios gearbeitet hat, fällt es ihm auch nicht schwer das geschriebene vom gesprochenen Wort zu unterscheiden.